Bunkertore am Hauptbahnhof sind entfernt

Bunkertore am Hauptbahnhof sind entfernt

Es war nicht nur ein hartes Stück Arbeit, sondern auch ein sehr schweres, aber seit dem 29. September um 11 Uhr sind die zwei alten Bunkertore an der U-Bahnhaltestelle Bonn Hauptbahnhof ausgebaut. Die beiden je 21 Tonnen schweren und etwa 6 mal 3 Meter großen Stahltore, die für den Ernstfall den U-Bahnhof hätten abriegeln sollen, waren für den Weiterbau des Bauprojekts „Urban Soul“ im Weg.

„Wir sind erleichtert, dass alles glatt gelaufen ist. So etwas machen wir nicht alle Tage“, erklären die beiden verantwortlichen Bauleiter Alexander Schonert und Björn Rink. „Das Heben der Tore war eine komplexe Angelegenheit, von der Planung bis zur Durchführung. Das galt nicht nur für die Frage der wirklichen Last der Tore und deren Befestigung, sondern auch für die Positionierung des Autokrans. Es war daher unumgänglich, dass dafür die Haltestelle der Stadtbahn gesperrt werden musste.“

Bevor die komplizierte Hebung erfolgen konnte, war eine lange Vorbereitung nötig: So musste nicht nur die Betondecke über den Bunkertoren entfernt, sondern auch eine besondere Hebekonstruktion aus Stahllaschen entworfen und gebaut werden, um die in einem engen Schacht liegenden Tore überhaupt „greifbar“ zu machen. Da keine verwertbaren Un-terlagen mehr vorhandenen waren, fanden im Vorfeld eine Reihe von Untersuchungen statt.

Zahlreiche Planer, Gutachter und Vertreter der ausführenden Unternehmen hatten gemein-sam die Lösung gefunden, wie die Tore am besten ausgebaut werden können. Am Ende waren insgesamt über 30 Personen an dem Vorgang beteiligt, allein fünf Mitarbeiter von Zechbau, dem Generalunternehmer, der die drei Bauteile von Urban Soul errichtet. Inklusive Aufbau des Autokrans, Ausbau der Hydraulikstempel, die die Tore in die U-Bahn-Station ablassen sollten und Abschrauben der Führungsrollen, dauerte die Demontage der Bunkertore rund 6 Stunden. Das Zerteilen und Verladen der Einzelteile erfolgt erst nach Beprobung der Torelemente, um sicherzugehen, dass beim damaligen Bau keine gesondert zu entsorgenden Baustoffe verwendet wurden. Dieser Vorgang wird noch ca. zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

Und als ob der Rückbau der Bunkertore noch nicht genug für die Wochenendaktion gewesen wäre, wurde parallel hierzu die alte Deckenverkleidung der Abgänge zur Stadtbahn-Haltestelle Hauptbahnhof demontiert und fachgerecht entsorgt. Die Erfordernis ergab sich, da die Verkleidung asbesthaltig war und im Rahmen der Gesamtaufwertung des Bahnhofbereiches weichen sollte. Eine solche Aufgabe kann nur mit entsprechenden Vorbereitungen gestemmt werden. So wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Schleuse eingerichtet, ein Unterdruck-Lüftungsgerät aufgebaut und der komplette Fahrtreppen- und Treppenbereich zu den Gleisen mit Folien abgeklebt. Die Demontage der Verkleidungselemente konnte inkl. der dazugehörigen Luftfreimessung und Sichtabnahme mit den Stadtwerken pünktlich bis Sonntagabend abgeschlossen werden.