Auf der grünen Wiese bauen kann jeder! Beim Projekt „Urban Soul“ stehen die Planer und Mitarbeiter der beteiligten Baufirmen jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Wie kompliziert es ist, auf einer Bestandskonstruktion zu bauen, die für die künftige Nutzung aber noch verstärkt werden muss, zeigt sich gerade auf der Fläche vor dem Hauptbahnhof. Hier werden mit einem aufwändigen Verfahren die Betondecken „ertüchtig“. Dazu muss zunächst der vorhandene Beton rund um die Stahl-Bewehrung (das sind die Stahlmatten, die als Verstärkung dienen) entfernt werden, um anschließend zusätzliche Verstärkung einzubauen und neue Decken zu betonieren.

Doch wie trennt man den Beton von der Bewehrung ohne diese dabei zu beschädigen? Ganz einfach: mit Wasser! Zugegeben, es braucht schon einen immensen Druck, um genau zu sein 1500 bar. Nicht ohne Grund nennt man die Technik „Höchstdruckwasserstrahlverfahren“. Und so erinnert auch die Handlanze – das Gerät, mit dem die Bauarbeiter dem alten Beton an den Kragen gehen – an einen Hockdruckereiniger. 6 bis 8 Arbeiter sind hier auf der Baustelle nur mit dieser Tätigkeit beschäftigt. Diese Arbeit ist ganz schön nass und vor allem ziemlich anstrengend, deswegen wird auf der Baustelle an einfachen Stellen auch ein entsprechender Roboter eingesetzt. Aber egal, ob Mensch oder Maschine die Arbeit verrichten, sie ist und bleibt einfach ziemlich laut.

Um die Belastungen für die Anwohner und Anlieger so gering wie möglich zu halten, finden die Arbeiten nun unter sehr aufwendig konstruierten und gedämmten Schallschutz-Einhausungen statt. Das sind eigens für den jeweiligen Arbeitsbereich errichtete Gerüstkonstruktionen, die mit Holzplatten, dicker Dämmwolle, Gummigranulatmatten und Folie verkleidet werden. Mit dem Weihnachtsmarkt hat es also nichts zu tun, wenn auf der Urban-Soul-Baustelle immer mal eine neue „Hütte“ errichtet wird…